Dem Jack O'Lantern, das ist der geschnitzte/ausgehöhlte/leuchtende
Kürbis (bei uns auch Kürbislaterne genannt), haben wir aufgrund seiner
überragenden Bedeutung als Halloween-Dekorationsobjekt - was sage ich:
Kultgruselchief :-) ist angebrachter - ein eigenes
Kapitel (Kürbis schnitzen) gewidmet.
Sie erfahren dort wie's geht, bekommen ein paar Hilfestellungen und können
anschauen, wie Meisterkürbisse aussehen (eigentlich gar nicht mehr wie Jack
O'Lanterns, sondern eher wie Jack O's...). Passende Musiktipps
sind in einem extra Kapitel erwähnt.
Bevor Sie sich an basteln machen, sollten Sie zweierlei überlegen:
Natürlich können Sie sowohl als auch - käuflich
erwerben und selber basteln - wir wollen Ihnen ein paar Tips dazu geben, wie Sie
zu Selbstgemachtem kommen.
Die geht eigentlich am einfachsten und schnellsten.
Schon ist die erste (von vielen) Spinnen fertig und Ihr
Trafikant verwundert über die unerwartete Verdoppelung seines Jahresumsatzes an
Pfeifenreinigern.
Übrigens ist beim Basteln grundsätzlich Kreativität angesagt.
So können Sie etwa Ihrer künftigen Spinne, bevor die Farbe getrocknet ist,
noch etwas Flitter zusetzen.
Auch die Augen lassen sich mit Flitter machen.
Wenn Sie Flitter wo gezielt und geformt auftragen wollen, dann zeichnen Sie mit
einem klebstoffgetränkten Pinsel die Kontur vor und streuen Sie dann den
Flitter darüber. Wenn die restliche Oberfläche trocken und glatt ist, sollte
dort kaum Flitter hängen bleiben, sondern nur an der vorgeleimten Stelle.
Wenn Sie wollen, können Sie für die Augen auch Buntpapier oder glänzende
Metallfolie nehmen - dann verpassen Sie der Spinne besonders böse Augen.
Für ein Spinnennetz nehmen Sie zuerst 6 Wollfäden
(Länge davon abhängig, wie groß ihr Netz werden soll) und legen diese sternförmig
übereinander.
Im Mittelpunkt können Sie die Fäden entweder mit Nähseide/Zwirn verknüpfen
oder auch verkleben.
Danach legen Sie Wollfäden in Kreisen auf den Stern und verkleben die
Schnittpunkte (wenn Sie sich die Mühe machen wollen, können Sie auch verknüpfen).
Verwenden Sie helle Wollfäden (damit man Ihr Netz auch sehen kann) und
streuen Sie vielleicht noch etwas Flitter darüber (der haftet auf den Fäden).
Das beschriebene Spinnennetz entspricht natürlich nicht dem, was wir üblicherweise
als solches zu sehen bekommen.
Wenn Sie ein realistisches Gespinst erzeugen wollen, nehmen Sie einfach etwas zerfledderte
Zuckerwatte. die hat allerdings den Nachteil, dass Sie sich nicht so leicht
befestigen lässt und Sie eine dareingesetzte Spinne möglicherweise separat
befestigen müssen.
Aber auch unabhängig von der Spinne erzeugen locker von Wänden, Türen oder
sonstigem herabhängende zerzauste Zuckerwattefetzen einen grausigen Eindruck.
Wie Sie sehen, ist beim Basteln alles erlaubt, was Sinn
macht.
Deshalb wollen wir uns, bevor wir weitere Bastelbeispiele bringen, noch ein
wenig beim Material bleiben.
Im übrigen behandeln wir dekorativ-schauriges Essbares speziell unter Halloween
Grusel-Rezepte - hier geht's um gewollt Ungenießbares.
Über Farben braucht man nicht lange zu grübeln:
Schwarz, smaragdgrün, rubinrot und weiß (am besten elfenbeinfarben, für
Farbkundige: #FFFFF0 oder 255-255-240). Natürlich hängt vieles auch davon ab,
wie letztendlich die Beleuchtung aussehen wird - machen Sie da lieber einen
Test, bevor Ihre Dekoration geisterhaft unsichtbar bleibt.
Wollen Sie Ihren Geist hängen lassen, sollte es reichen,
eine Stecknadel mit Kopf in die Styroporkugel (den TT-Ball) zu stecken - beides
hat hohen Reibungswiderstand und da der Geist nicht schwer ist, hält es üblicherweise.
Soll Ihr Geist stehen, dann setzen Sie ihn einfach auf den Kern einer Toilettpapierrolle
- ist zwar ein wenig instabil, aber so sind sie eben, diese ruhelosen Geister...
Der waschechte Jack O' Lantern ist natürlich etwas aufwendig - etwas einfacher wäre es, die Kürbisgesichter mit Luftballons nachzuvollziehen. Die können Sie dann auch sehr leicht aufhängen.
Die fehlt noch in der Riege der charakteristischen
Halloween-Klein-Dekos.
Allerdings sind edle Tiere wie Fledermäuse schon ein bisschen aufwendiger in
der Produktion:
Mit Spinnen und Spinnennetzen, Geistern, Kürbissen
und Fledermäusen haben Sie sicherlich jetzt schon einiges an
Dekorationen beisammen. Ausserdem haben Sie sich ja vorgenommen, mindestens
einen Jack
O'Lantern zu basteln (das waren doch Sie, oder?)
Sollte Ihnen noch der Sinn nach Ausgefuchsterem stehen - bitte, hier ist
noch etwas für geübtere Bastler:
Die Methode, sehr leichten, weichen Stoff - wie Gaze
- mit Wäschestärke zu behandeln und trocknen zu lassen, ist für
die Herstellung von Halloween-Figuren ebenso beliebt, wie die Verwendung von
Styropor.
Beide Materialen haben den Vorteil, sehr leicht zu sein (das Endprodukt kann
daher einfach irgendwo aufgehängt werden), Gaze ist Styropor in der
Formbarkeit überlegen.
Allerdings braucht man für Gaze eine Grundform, auf welcher man den Stoff
aufziehen kann.
Ein sehr gutes Beispiel liefert uns FAMILY.COM mit seiner Geisterfamilie
- hier zu bewundern.
Mag sein, dass es nicht so einfach hinzubekommen ist, dass die Geister (samt
Hund) so perfekt aussehen - aber mit ein wenig Übung und Liebe zum Detail
ist es machbar.
Und so geht es:
Das Grundprinzip beruht darauf, dass Sie eine Basis schaffen, auf das gestärkte
Gaze aufgezogen wird.
Für solche Geister können Sie als Körper verschiedene Arten von Flaschen
nehmen (versuchen Sie es eher mit kleineren, wie jene von Cocktailsaucen,
Ketchup, Piccolo-Sekt u.ä.)
Auf diese Flaschen stecken Sie eine aus Stanniol gerollte Kugel - die
sie nicht zu sehr verdichten, dann lassen sich kleine Details, wie z.B. eine
Nase, leichter formen.
Schultern (die natürliche Flaschenform wird noch etwas verstärkt) und Arme
können auch aus Stanniol geformt und an die Flasche geklebt, bzw. gebunden
werden.
Als nächstes brauchen Sie jetzt Gaze-Quadrate. Beachten Sie, dass
die Kantenlänge der Quadrate wesentlich mehr als das Doppelte der Höhe
Ihre Skulptur betragen muss und nach dem Drüberlegen noch einiges an Stoff
auf dem Boden zu liegen kommen soll. Probieren Sie lieber noch einmal, damit
ihr Geist nicht im Minikleid auftreten muss ...
Die Gaze-Quadrate weichen Sie anschließend in Wäschestärke ein (ob
Stärkespray auch funktioniert, kann ich nicht sagen) und wringen Sie vor
Verwendung aus (es soll nichts tropfen).
Dann kommt das Schwierigste: Legen Sie den Stoff über Ihr Model und
versuchen Sie, einerseits die Konturen beizubehalten, aber auch einen
gewissen Faltenwurf insbesondere am Boden zu erhalten. Dabei kann
Ihnen nichts geraten werden, das ist eine Frage des Geschickes und der Übung.
Jetzt lassen Sie das Ganze über Nacht trocknen, danach können Sie
den Stoff einfach von der darunterliegenden Form abziehen und haben
damit einen lufig-lockeren Geist (wie eben ein Geist sein sollte), der
hoffentlich auch eine gewisse Standfestigkeit aufweist.
Ihr Model können Sie (falls es noch einige Tage bis Halloween ist) sofort
wiederverwenden - und die nächste Geisterpartie wird sicherlich noch besser
als die erste Serie.
Noch kurz zum Hund: Kleinere Figuren formen Sie nur aus Stanniol - da
ohnedies nur die Konturen erhalten bleiben, müssen Sie mit der hündlichen
Anatomie nicht so sehr vertraut sein - Hauptsache es ist länger wie hoch
und man erkennt Ohren, Schnauze und Schwanz. Natürlich können Sie
solcherart auch eine schottische Geflügelart vergeistern, wenn Ihnen diese
als gruselige Haustiere lieber sind....
Sie brauchen:
Gaze (Verbandszeug - aber bitte nicht die Auto- bzw. Hausapotheke leeren), Wäschestärke,
Flaschen, Stanniol (Frischhaltefolie), Geduld. Das meiste in größeren
Mengen...