Jack O'Lantern - Die Legende

Dereinst soll ein ziemlich bösartiger alter Mann namens Jack
gelebt haben. Als er dies nicht mehr tat (leben) und seine Reise in die Ewigkeit
antreten musste, wurde er verständlicherweise nicht in den Himmel eingelassen.
Ergeben machte sich auf den Weg in die Hölle, um dort Einlass zu begehren.
Aber selbst der Teufel mochte den hinterhältigen Burschen nicht - also trat er
ihm unterwegs entgegen und drückte ihm ein Stück Kohle in die Hand (ob als
Bestechung oder zur Abschreckung, sagt die Legende nicht).
So zog Jack von dannen, platzierte die doch etwas ungemütliche Kohle in einer
ausgehöhlten Rübe und wandert seitdem ruhelos herum, auf der Suche nach einem
Platz, wo er den Rest seines Todes zubringen könnte.
Nicht etwa, dass die Menschen Jack um sein Schicksal allzu sehr beneideten -
aber immerhin leiteten sie aus den Ereignissen rund um den Alten ab, dass ein brennendes
Stück Kohle in einer Rübe den Teufel (und damit wohl auch alle bösen
Geister) abhalten könne.
Der Brauch (Jack O'Lantern) wurde von den irischen Einwanderern in die USA
mitgenommen und dort wie alles Brauchtum aus der alten Heimat hochgehalten und
sogar noch ausgebaut:
Hier fand man, dass der in Amerika heimische Kürbis - da wesentlich größer
und auch leichter zu bearbeiten - besser als Jack O'Lantern geeignet sei, als
die alte Rübe.
Und gerade wegen der neuen Gestaltungsmöglichkeiten wurde die
geisterverscheuchenden Leuchte mit einer neuen Funktion versehen:
Als (mehr oder weniger) Kunstobjekt.
Das war die Kurzfassung der Jack O'Lantern Legende (und
die ist schon gut). Dazu gibt es allerdings auch noch Ausschmückungen - die
Menschen mochten zu allen Zeiten ausgeschmückte Geschichten. Wir wollen Ihnen
das natürlich nicht vorenthalten.
Die längere Variante der Geschichte ...
... meint, Jack sei schon zu Lebzeiten zum Teufel gemein
gewesen und habe diesen gelinkt.
Ein erstes Mal, als dieser kam, um ihn abzuholen. Da bat ihn Jack, doch noch
einen Abschiedswhiskey zu sich nehmen zu dürfen (in Österreich als das Flucht-Achterl
bekannt). Gutmütig, wie der Teufel halt so ist, genehmigte er das. Doch Jack
war münzlos. Also ließ sich der Gehörnte dazu überreden, sich selbst in eine
geeignete Münze zu verwandeln.
Worauf Jack etwas tat, das er bis dahin noch nie getan hatte: Er verzichtete auf
den Drink. Vielmehr nahm er die teuflische Münze und steckte sie in seine Geldbörse
- die mit einem Kreuzverschluss versehen war!
Solcherart war der Teufel gefangen und musste Jack noch ein weiteres Lebensjahr
zugestehen.
Eidestreu, wie der Teufel halt so ist :-), kam er tatsächlich erst ein
Jahr später wieder, um sein Recht zu fordern.
Jack stimmte zu, bat jedoch, vom nahestehenden Apfelbaum noch eine Frucht als
Wegzehrung mitnehmen zu dürfen. Obwohl vorgewarnt, meinte der Schwarze, das könne
er wohl zugestehen und ahnte auch nichts Böses, als Jack ihn ersuchte (unter
Hinweis auf den Umstand, dass er selbst ja eigentlich todkrank sei), den Apfel
aus dem Baum zu pflücken - überdies war ihm Jack noch bei Hinaufsteigen
behilflich.
Doch als der Gutgläubige oben war, zückte Jack blitzschnell sein Messer und
schnitzte ein Kreuz in den Baumstamm (ging schneller als ein Herz und war auch
wirksamer...).
Dem armen Teufel blieb nun nichts anderes übrig, als Jack 10 weitere
Lebensjahre anzubieten, damit dieser das Kreuz überschnitze. Doch Jack war
jetzt maßlos geworden und forderte ewigen Aufschub. Ergeben stimmte der Teufel
zu und durfte wieder runter vom Baum des Schreckens.
Unglücklicherweise wollte es das Geschick, dass Jacks verraubbauter Körper
bald darauf einseitig beschloss, doch zu sterben. Jack blieb nun nichts anderes
übrig als eine ewige Ruhestätte zu suchen ... und den Rest - Kohle, Rübe,
Jack O' und so - kennen Sie ja schon.
