Halloween - Hallowe'en - All Hallowed Evening

Lange noch bevor im 16. Jahrhundert die Eroberung des amerikanischen Kontinents im Namen der Kirche mit barbarischer Gewalt und unter Ausrottung bodenständigen religiösen Brauchtums vollzogen wurde, befleissigten sich die geistlichen Würdenträger schlauerer Methoden, um die Christianisierung voranzutreiben:
Da es nahezu unmöglich war, die Menschen, die zwar grundsätzlich geneigt waren, den neuen Glauben (mehr oder weniger) freiwillig anzunehmen, auch davon zu überzeugen, von ihren alten heidnischen Bräuchen zu lassen, wurden alle wesentlichen Feste des Jahres ganz einfach auf christlich umgepolt.

Aus alt mach' neu

Papst Gregor IV verfügte bereits im Jahre 837, dass in Umwandlung von Samhain (unter Berücksichtigung des originalen Anlasses) ebenfalls Tote geehrt werden sollten und setzte für den 1. November Allerheiligen  an (gefolgt von Allerseelen am 2.). Solcherart wurde Samhain als Vorabend zu Allerheiligen und weil Allerseelen ohnedies dem alten Fest noch näher stand, der Wind aus den Segeln genommen und die Menschen mussten sich nicht allzu sehr in ihren Feieraktivitäten umstellen (im Grunde überhaupt nicht).

Doch die Toleranz gegenüber dem Althergebrachten (weil Heidnischem) hielt nicht an und weil sich der Samhain-Gedanke partout nicht zurückdrängen lassen wollte, führten die Protestanten, in deren Herrschaftsgebiet die keltischen Bräuche fielen, im 16. Jahrhundert All Hallowed Evening  (verkürzt Hallowe'en ) als christliche Feier ein.
Jedoch auch dieser Versuch scheiterte auf Dauer, zumindest im Gebiet der heutigen USA. Der Herrschaft der Anglikanischen Kirche Entronnene (vorwiegend Iren) kehrten sukzessive zum alten Brauchtum zurück und haben es lediglich erheblich modernisiert und das heutige Halloween in den USA daraus gemacht: Ein durchaus nicht christliches Fest.

Ein Dorn im Auge

Jedenfalls entspricht die geradezu gigantische Feststimmung zu Halloween wohl kaum christlichen Vorstellungen, aber wer kann es den US-Amerikanern verdenken: Mangels eines Karnevals oder Faschings (womit auch Mardi Gras  nicht vergleichbar ist, welches Fest überdies auch hauptsächlich in den französischen Gebieten in New Orleans und Umgebung gefeiert wird), müssen die Amerikaner ihre Ausgelassenheit und ihr närrisches Treiben in eine einzige Nacht verpacken - in Halloween eben.

Es ist schon ein wenig amüsant (eigentlich sogar rührend), par distance zu beobachten, wie verschiedene christliche Gemeinschaften und Kirchen der USA bemüht sind, wenigstens noch etwas zu retten ohne gegen die übermächtigen Wölfe zu heulen und darum kämpfen, wenigstens den Jack O'Lantern, den durch und durch heidnischen Halloween-Kürbis, zu einem christlichen Symbol umzugestalten und den Kürbis mit ausgeschnitztem Kreuz zu propagieren.